Schlagwort-Archiv: serien

Fernsehen wird „innovativ“

Es vergeht wohl kein Tag, an dem man nicht über das uniformierte, banale und weichgespülte Fernsehprogramm frustriert ist. Haufenweise Kochsendungen, Tierparksendungen, natürlich Sportsendungen als hervorragendem Werbeträger, daily- und doku-soaps mit viel Liebe und vielen Intrigen à la Dallas, etc. – und das ganze untermalt von zahlreichen Kommentaren von “Experten” und “fundierten” tagesaktuellen Diskussionen. Aber jetzt droht Abhilfe:

Revolutionierte Erzähltechnik – Ersetzen TV-Serien wie „The Wire“ den Roman?

Unter diesem Titel wurde auf 3sat in Kulturzeit vom 06.10.2010 ein Beitrag gezeigt, der fast euphorisch ein neues TV-Zeitalter heraufbeschwört. Für jemanden, der gerne liest, ist das eine vielversprechende Ankündigung – also lehne ich mich entspannt zurück und lausche mit voller Aufmerksamkeit dem Kulturbeitrag.

Zitat: “Sie gilt derzeit als eine der besten aller Serien: „The Wire“ aus den USA; der Macher: ©ap_david_simon_kulturzeit.deDavid Simon, der Balzac unserer Zeit?. Fernseh-Produktionen stechen Hollywood-Filme aus und revolutionieren die Erzähltechnik. „The Wire“ beobachtet den Drogenhandel in Baltimore und folgt dabei abwechselnd der Perspektive von Polizisten, Journalisten, Politikern und Dealern. Die Machart der Serie ist dokumentarisch gestaltete Fiktion. Statt, wie bei Serien üblich, jede Episode für sich abzuschließen, breitet die Story sich über epische 60 Stunden aus. Die Kamera erzählt so gut, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu verwischen scheint.  Das macht die Serie „The Wire“ auch für die Film- und Literaturtheorie interessant. Das ist das Brillianteste, was man an Narration momentan – nicht nur im Fernsehen – haben kann, sagt der Schriftsteller Ulrich Peltzer. Was die narrativen Strukturen betrifft, ist ‚The Wire‘ interessanter als 90 Prozent der Gegenwartsliteratur.“      Mehr von diesem Beitrag lesen