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Gerade gelesen … 3xEi

Es wird ja z. Zt. viel über das Urheberrecht und Plagiate diskutiert – ich weiss nicht, ob ich den folgenden Text so präsentieren darf, aber ich meine, dieser Text sollte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vielleicht erreiche ich ja ein paar “Apple-Jünger”, die ins grübeln kommen und bekehrt werden?!

GELESEN IN …
… Die ZEIT # 19 – 03. Mai 2012, Seite 16 »Wochenschau«

Drei Fragen Ei”

“Unsere Leser wissen gut Bescheid, jauchgeprüft und quizgestählt, deshalb gleich mal die Frage: Was war zuerst, das Huhn oder das iHuhn? »Das Huhn, natürlich, das Huhn!« Das rufen jetzt alle unisono. »Das andere gibt`s ja noch gar nicht!« Aber kann man da so sicher sein? Vielleicht gibt es tatsächlich ein iHuhn inzwischen, und man hat es bloss noch nicht mitbekommen. Was, wenn das iHuhn längst aus dem Smartphone gackert als Lege-App für den gestressten Erfinder, der mit seinem fortgesetzten Brüten die Welt verändern muss? Gar nicht so abwegig!

Und jetzt die Frage: Was war zuerst, Pad oder iPad? Alle rufen jetzt: »Pad? Was ist Pad?« Dann fällt`s den ersten siedend heiss ein: »Das ist dieser Teebeutel für den Kaffee!« In der Tat. Philips kam 2002 mit der Idee, weniger Kaffee für mehr Geld zu verkaufen, und alle schienen nur darauf gewartet zu haben. Das Pad eroberte Deutschland im Sturm, lang vor dem iPad, und jetzt steht bereits das zehnjährige Trinkjubiläum an. Die Freunde des Filterkaffees, ins Gestern gedrängt, feiern nicht; sie hadern mit dem Lauf der Dinge. Ja kennen sie denn dieses finnische Sprichwort mit Ei nicht? Ei auta itku markkinoilla > Auf dem Markt hilft kein Weinen.”

Weinen hilft also nicht – aber was dann? Vielleicht einmal innehalten, nachdenken und dementsprechende Schlüsse ziehen; übrigens, das geht am besten offline …

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Goodbye Facebook? | Gastbeitrag |

Goodbye Facebook – Von Lambizzel – 11.03.2011, 12.00 Uhr

„Schon längere Zeit hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mich von Facebook zu verabschieden – aus ähnlichen Gründen, weshalb ich mich vor Jahren von meinem Fernseher getrennt hatte … “ So beginnt ein Artikel im ZEIT-Leserblog – und es wird Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen.

“ – ich beobachtete mich dabei, Zeit zu verschwenden, in eine Welt abzudriften, die mich davon abhält, mein Leben zu leben, aber dennoch einen Bezug zu diesem herstellt, um eben diese Tatsache zu verschleiern. Wie eine subtile Sucht hatte es sich damals als Selbstverständlichkeit getarnt, den Fernseher anzuschalten, beim Essen, abends, oder wenn man einfach nur (wie passend) die Formulierung abschalten möchte. Verstumpfung, Substituierbarkeit, aber vor allen Dingen eklatante Passivität haben mich damals diesen, für mich großen Schritt gehen lassen. Wieso groß? Ich habe gern ferngesehen, mehrere Stunden täglich verbrachte ich vor der Kiste. […] Die Abschaffung des Fernsehers war zwar letztlich das Ergebnis einer rationalen Überlegung, aber sie war auch Selbstschutz. Wenn ein Fernseher da ist – dann benutze ich ihn auch, zappe wahllos von einer Quizshow zur anderen, suhle mich in gesellschaftlichen Abwärtsvergleichen, analysiere Sendungskonzepte, fiebere mit Serienstars mit.“

Es wird spannend sein, herauszufinden, wie hier der weitere Bogen zu Facebook gespannt wird – wobei es aus meiner Sicht Sinn macht, Facebook nur als Synonym für die Sozialen Medien, das Web 2.0, insgesamt zu sehen, nur so ließe sich ein allgemein gültiger Bezug herstellen. Den Ausführungen über das Fernsehen ist ansonsten nichts hinzuzufügen, niveaulos und ohne Konzept … eben Zeitverschwendung – man kann also Lambizzel nur zu seiner Entscheidung beglückwünschen.
Ein anderer Aspekt des Fernsehens ist aber interessant, und der ist in der historischen Entwicklung zu sehen. Vor der Zeit des Fernsehens gab es – neben den Printmedien – nur das Radio; hier unterhielt, informierte man sich, hatte Zugang zur Welt, zu einer anderen Welt. Mit dem Fernsehen verstärkte sich dies noch, zu der Musik und dem gesprochenem Wort kam das Bild hinzu, bewegte Bilder sind allemal suggestiver als die reine „Wortinformation“ – das Radio wird heute nur noch von eingeschworenen Fans oder als Hintergrundgeräusch wahrgenommen. Und heute haben wir das Internet, in seiner Fortentwicklung das Web 2.0 als eine Alternativwelt – mit möglichen Auswirkungen auf das Fernesehen, wie es dieses seinerzeit auf das Radio hatte. Und dies liefert auch den ersten Bezug zum Thema: ein Medium ist in die Jahre gekommen und wird von einem anderen, dazu noch interaktivem Medium nicht unbedingt verdrängt, aber überholt – aber wo liegen die Unterschiede, was ist gleich, was wiederholt sich?   Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Macht des Internets

Wie man hört und wohl auch selbst erleben kann, geht im öffentlichen Leben ohne Internet wohl bald nichts mehr, die zur Zeit laufende CEBIT wird diese These wohl eindrücklich bestätigen. Bei dem Wort “Macht” allerdings muss man aufhorchen – eine Irritation aus gegebenem Anlass.

Die Welt steht derzeit Kopf, die Ereignisse überschlagen sich – und die Sozialen Medien sind immer dabei. Die herausragenden Themen der letzten Wochen waren die Umwälzungen in Nahost und Nordafrika, und – zumindest in Deutschland – die “Plagiats-Affäre”. Nachdem die Diskussionen um Wikileaks aus bekannten Gründen in letzter Zeit etwas versandet war, nahmen jetzt die diversen sozialen Plattformen und Blogs die Fährte auf, inklusive der klassischen Medien und des Boulevards, die inzwischen fast auch alle online publizieren.
Es begann mit Tunesien, auf Twitter gab es fast kein anderes Thema mehr, selbst die Anzahl der HashTags war so umfangreich, dass man schnell den Überblick verlieren konnte. Mit Beginn der Demonstrationen in Agypten jedoch bekam die Online-Präsenz eine ganz neue Qualität – zum ersten Mal tauchte der Begriff “Facebook-Revolution” auf, wurde dankbar angenommen und in sämtlichen möglichen Schattierungen weiterverbreitet.

›› . . . aber Hallo, geht’s noch? ‹‹

Unabhängig davon, dass nicht jede Demonstration und jeder Aufstand gleich eine Revolution bedeuten, ist sowohl diese Bindestrich-Bezeichnung in Verbindung mit einer Social Media Plattform als auch die Bedeutung, die damit assoziiert wird, für diese Ereignisse “irgendwie daneben”.

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