Auf den Punkt gebracht!

›› Titelseite ZEIT Nr. 37 vom 09. September 2010

Ein persönlicher Kommentar ››

Susanne Gaschke behandelt in ihrem Artikel “Politiker, hört die Signale!” eigentlich ein altbekanntes Thema: Die Entfremdung von Politik und Bürgern. Neu ist bei diesem Artikel allerdings, dass sie in diese Entfremdung die Medien mit einbezieht – die ››Kluft zwischen der politisch-medialen Sphäre und dem Leben‹‹ wie sie es nennt.

Neu ist auch, dass dies nicht die übliche Politikerschelte mit den allgemein gebräuchlichen Phrasen ist, sondern konkret, kurz und prägnant mit klaren Worten die Situation dargelegt wird – auch unter Berücksichtigung von sozialwissenschaftlichen Aspekten. Das Problem liegt bei den Parteien und den traditionellen Medien: die Hinleitung zu dieser Erkenntnis ist logisch, wobei die Rolle der Medien etwas zurückhaltend dargestellt wird – verständlich, denn dieser Artikel wurde für ein traditionelles Medium verfasst. Es lässt sich nicht verleugnen, dass die Medien sich zunehmend in den Vordergrund drängen. Die Politik wird mehr und mehr von der Darstellung in den Medien getrieben und hört umso weniger auf die Meinungen und Befindlichkeiten der Bürger.

Das Resultat all dieser Überlegungen liest sich wie folgt: “Die Parteien müssten sich gleichsam schütteln und das alltagstaugliche, menschliche Sprechen wieder einüben. Sie müssten nach den Erfahrungen der Normalbürger regelrecht gieren, sie nicht desinteressiert abwehren. Medien müssten mit offenem Blick in die Runde schauen und Themen finden, statt sie zu inszenieren.”

Ich empfehle jedem, diesen Artikel zu lesen – mehr noch: Dieser Artikel sollte gerahmt in sämtlichen Redaktions- und Politikerbüros an der Wand hängen, quasi als Motto des Tages.

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Eine Antwort zu “Auf den Punkt gebracht!

  1. dieblaueneu 12. September 2010 um 18:58

    “Die Parteien müssten sich gleichsam schütteln und das alltagstaugliche, menschliche Sprechen wieder einüben. Sie müssten nach den Erfahrungen der Normalbürger regelrecht gieren, sie nicht desinteressiert abwehren. Medien müssten mit offenem Blick in die Runde schauen und Themen finden, statt sie zu inszenieren.

    Das ist wohl wahr.

    Aber: Medien werden von Köpfen gemacht; diese Köpfe sind zentriert auf die Mächte die sie bestimmen, – Geld und Karriere-; es ist nicht dadurch gewonnen, wenn eine Mediendominanz durch eine andere ersetzt wird.

    Wir brauchen in Europa nicht mehr und nicht weniger als eine Kultur, in der wir das erhalten, was die Verfassung schon jetzt garantiert: Pressefreiheit – auch wenn Mann/Frau nicht Main-Linkstream fährt, jeder Stream muss öffentlich/veröffentlicht sagen dürfen, was er denkt und dass nicht nur in Web-Blogs; —auch wenn wir uns schwarz/rot ärgern— über die andere Meinung, denn Freiheit, das ist die Freiheit des Andersdenkenden.
    Aber einen Menschen zu mobben, ihn aus dem Job zu drängen nur weil er seine Meinung zum Besten gibt, das ist— geistige— Bücherverbrennung.

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